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..: Stadtlexikon :.. |
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Jahn, Friedrich Ludwig Johann Christoph
Pädagoge und Patriot
geboren: 11.08.1778 in Lanz bei Lenzen
gestorben: 15.10.1852 in Freyburg an der Unstrut
"Turnvater Jahn" wohl berühmtester Sohn der Prignitz.
"Frisch, fromm, fröhlich, frei" unter diesem Motto eröffnet Friedrich Ludwig Jahn am 18. Juni 1811 den ersten deutschen Turnplatz auf der Hasenheide bei Berlin und macht mit der Einführung von Barren, Reck und Hanteln Turnübungen erstmals populär und initiert die allgemeine Turnbewegung in Deutschland.
Friedrich Ludwig Jahn wurde am 11. August 1778 in Lanz geboren. Sein Vater, Alexander Friedrich Jahn, wurde am 29.09.1742 in Vehlin (Prignitz) geboren und war der Dorfpfarrer von Lanz. Er starb am 5. November 1811. Jahns Mutter, Dorothea Sofia Schultze wurde am 17.03.1751 in Lenzerwische geboren.
Schon als Knabe machte er weite Fußwanderungen in die Prignitz und lernte Schwimmen und Reiten. Nachdem er viereinhalb Jahre das Gymnasium in Salzwedel und Berlin besucht hatte, betrieb er theologische, historische und deutschkundliche Studien an den Universitäten Halle, Frankfurt/Oder, Greifswald und Göttingen. 1809 siedelte er nach Berlin über, wo er am Friedrichwerderschen Gymnasium als Hilfslehrer beschäftigt war und eröffnete in der Berliner Hasenheide, im Frühjahr 1811, den ersten deutschen Turnplatz.
Friedrich Ludwig Jahn heiratete am 30.08.1814 die Bürgersfrau, Helena Johanna Amalia Kollhof, in Neuenkirchen. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor
1810 gründete Jahn den "Deutschen Bund", den Vorläufer der Burschenschaften. Wichtigste Ziele dieses Bundes waren die Befreiung Deutschlands von der französischen Herrschaft und die nationale Einheit. In dieser Verbindung muss auch Jahns widersprüchliches politisches Engagement gesehen werden. 1819 fiel er, wie auch viele andere Turner und Burschenschaftler, der sogenannten "Demagogenverfolgung" zum Opfer. Er wurde wegen revolutionärer Propaganda für fünf Jahre inhaftiert.
Im Juni 1825 zog Friedrich Ludwig Jahn nach seiner Haftentlassung in die Stadt Freyburg. Da ihm Berlin und alle anderen preußischen Universitäts- und Gymnasialstädten verboten wurde, suchte er in der Kleinstadt Zuflucht. In Freyburg wohnte er für kurze Zeit im Gasthof "Zum schwarzen Bären" (heute Schützenstraße), danach beim Schneidermeister Sachs am Markt. Am 19. September erfolgte Jahns Ausweisung in das thüringische Städtchen Kölleda. Er hatte angeblich gegen das Verbot verstoßen, Kontakte mit Jugendlichen, Studenten und Lehrern der höheren Schulen der Umgebung zu knüpfen. Als Jahn im Frühjahr 1835 nach Freyburg zurückkehrte bezog er ein Haus am Kirchplatz. Da dieses 1838 niederbrannte, erwarb Friedrich Ludwig Jahn ein Grundstück am Fuße des Schlossberges. Ein Jahr später ließ er dort ein Wohnhaus nach seinen eigenen Plänen erbauen. In Freyburg lebte Jahn sehr zurückgezogen und widmete sich immer mehr wissenschaftlichen und theoretischen Arbeiten.
Erst im Jahr 1840 wurde Friedrich Ludwig Jahn rehabilitiert und erhielt nachträglich für Tapferkeit in den Freiheitskriegen das "Eiserne Kreuz". 1848 wurde Jahn als Abgeordneter des Regierungsbezirkes Merseburg zur Frankfurter Nationalversammlung gewählt. Am 15. Oktober 1852 starb Friedrich Ludwig Jahn in seinem Haus in Freyburg.
Autor:
L.A.K. Wuttke
www.Prignitzportal.de.vu
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